Im Hauptteil des Interviews erzählt die Erzählperson aus dem Stegreif (Spontanerzählung). Erfragt werden Erzählungen erlebter Erfahrungen. Dabei wird Erzähltext produziert. Ein narratives Interview orientiert sich besonders stark am Gegenüber. Die Strukturierung durch die Forschenden ist sehr gering. Daher zählen biographische Interviews und auch solche, die sich auf die Lebensgeschichte einer Person konzentrieren, auch als narrative Interviews.
Diese Interviewform wird üblicherweise ohne Leitfaden durchgeführt. Am Beginn wird eine offene Erzählaufforderung oder Einstiegsfrage gestellt, die ein spontane Erzählung hervorrufen soll. Dann folgen Nachfrage- und Bilanzierungsteile. Die Übergänge sind fließend. Lange narrative Interviews können über mehrere Sessions hinweg geführt werden.
Die Erzählperson hat das monologische Rederecht, d.h., Interviewende halten sich zurück. Sie sind nicht direktiv, d.h., nicht-gesprächsführend.